Der Ort des kulinarischen Handwerks

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GaultMillau 2012

Kein Restaurant in der Region macht mehr von sich reden als der «Hirschen», in dem Albi von Felten seit Jahren wirtet. Seine Liebe zur ehrlichen, handwerklich perfekten Küche ist legendär und wurde mehrfach ausgezeichnet, sein Kräutergarten ist im Frühling eine Pracht. Die literarisch-kulinarischen Abende sind berühmt, die Kochkurse für Kinder - die Kids kochen mit der gesamten Küchenmannschaft! - rege besucht. Die «Sbrinz-Teilete», die Genuss-Workshops, das selbstgepresste Rapsöl, die Essig-Diners - man fragt sich manchmal, wo der Mann seine Energie herzaubert? Ob da noch genug Frische übrig bleibt für die vielen Gäste am Abend? Nach unserem letzten Besuch können wir Entwarnung geben: Sein Team hat's immer noch drauf.

Beim fünfgängigen Menu gab's praktisch nichts zu bekritteln. Ein Törtchen mit weissen Spargeln, Mango-Pfeffer-Gelee und Riesencrevette? Zwar zurückhaltend gesalzen, aber fein. Ein Erbsensüppchen mit Spitzmorchelglace? Ein Gedicht. Bei den Hauptgängen überzeugten sowohl der Rücken vom Mangalitza-Wollschwein als auch das sautierte Rindsfilet mit einer anderthalb Tage geschmorten Ochsenschulter mit Bärlauchspinat und Safranpolenta.

Die grosse Käseauswahl wird von Susanne Klemenz ausgezeichnet zusammengestellt, die «Dessertüberraschung» wurde mit einem kleinen Vordessert eingeläutet und setzte sich mit einer Holunderglace mit selbstgemachten Biskuit, eingelegten Rhabarberstreifen und frischen Erdbeeren fort. Unaufregend, aber lecker. Etwas in den Hintergrund gerückt ist leider der Weinkeller, seit dort im Vorraum ein Fumoir eingerichtet wurde. Noch immer aber zählt er zu den bestbestückten und schönsten in weiter Runde.

Eintrag im GAULTMILLAU Guide Schweiz 2012